Jonathan Dilas Kurzgeschichten Stories out of Dreams

Genre: Action

Blueberry (Western, Frankreich und Großbrittanien 2004, Regie Jan Kounen, mit Juliette Lewis, Vincent Cassel, M. Madsen, E. Borgnine)

Halluzinogener Neuzeit-Psycho-Western mit indianischer Mythologie

Blueberry war einst ein französischer Comic, in dem der Sheriff einer Kleinstadt im 19. Jahrhundert für Recht und Ordnung zu sorgen versuchte. Er geriet in die Konflikte zwischen den Rothäuten und Bleichgesichtern, während die Indianer ihm einmal das Leben retteten und er so ihre Geschichte und ihre Mythen kennenlernte. Ein Schamane lehrt ihm darüber hinaus noch den Umgang mit halluzinogenen Kräutern und zeigt ihm die Welt auf der "anderen Seite". Dabei entdeckt er sich selbst und erkennt seinen Feind, der ihn seit seiner Teenagerzeit bedrängt, aber auch seltsame Dämonen, Hexerei und Totemtiere werden Teil seines Sheriff-Alltags... Das Comic Blueberry umzusetzen ist gewiss nicht einfach, da man hier auf viele unverständliche und wirre Elemente trifft, die ihr eigenes Geheimnis besitzen. Schamanen- und Castaneda-Fans kommen bei diesem Film jedoch ganz auf ihre Kosten und gewinnen einen gelungenen, fast hautnahen Einblick in eine andere Kultur, die in Mittelamerika ihre Heimat findet.

Fazit: Sehr empfehlenswert. Bewertung: 9 von 10 Sterne

Heart of the Warrior (Fantasy, Spanien 2003, 110 Minuten)

Jugendlicher Leichtsinn im Vermischen der Realitäten

Der Teenager Ramon ist ein leidenschaftlicher Rollenspieler und kontaktiert dadurch eine Parallelwelt, in der er eine geistige Verbindung zu einem Krieger erhält. Während dieser Krieger überzeugt ist, dass er von Hexern verzaubert wurde und sich als Teenager in der Welt des 20. Jahrhunderts wiederfinden muss, erkennt Ramon, dass die parallele Welt eine von vielen ist und sie gleichzeitig existieren. Er erkennt in einigen Menschen des Alltags Parallelselbste der anderen Welt und glaubt eine wichtige Mission erhalten zu haben... In diesem Film, primär für Jugendliche, wird sehr gut die Funktion und Aufbau paralleler Realitäten dargestellt und erklärt. Aus diesem Grund ein guter Lehrfilm, wenn man so möchte, verpackt als spannender Fantasy, ohne zu übertreiben oder unnötig zu konstruieren.

Fazit: Sehr originell. Bewertung: 7 von 10 Sterne

Fight Club (mit Brad Pitt, Edward Norton, Meat Loaf)

Anstrengender Film mit rasanten Monologen und überraschendem Showdown

Ein guter Job, ein großes Appartement, ein gefülltes Konto - was für andere Lebensinhalt, raubt dem namenlosen Ich-Erzähler (Edward Norton) seit Wochen den Schlaf. Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, versucht er Lösungen in zahlreichen Therapiegruppen totkranker Menschen zu finden. Nur durch das Leid anderer kann er Emotionen und Erfüllung finden. In dem Seifenhersteller Tyler Durden (Brad Pitt) lernt er eines Tages einen Leidensgenossen kennen. Gemeinsam gründen sie den "Fight Club", einen Geheimbund, bei dem allabendlich nach strengen Regeln harte Faustkämpfe ausgetragen werden. Ziel ist es, durch die Besinnung auf Gewalt, dem Ursprung der menschlichen Instinkte näher zu kommen und sich von den zahlreichen Zwängen der Gesellschaft zu befreien. Einer Sekte gleich, scharen sich immer mehr Jünger um die Gründer.

Bewertung: 6 von 10 Sterne

Dead Man (von Jim Jarnusch, mit Johnny Depp, USA, 121 min.)

Komisch-schamanistischer Western

Bill Blake, ein harmloser Buchhalter, wird auf seiner Reise durch den Wilden Westen zufällig mit einem Mord in Verbindung gebracht und wird von da an von den besten Killern gejagt. In seiner Not wird er zum Revolverhelden. Sein Freund, ein Schamane, glaubt, dass Bill in Wirklichkeit der Autor William Blake ist und setzt diese beiden ständig in Beziehung... Depp zeigt sich mal wieder von seiner coolen, verschlossenen Seite, mit der er sich bei seinen Zuschauern stets durchzusetzen weiß. Kleine Running Gags am Rande "Hast Du Tabak?" sorgen für viel Abwechslung in dem kalten, emotionslosen, schießwütigen und dreckigen Wilden Westen. Der Regisseur versucht hier nicht nur den wirklichen Wilden Westen darzustellen, fern von den schillernden, sauber geputzten Stiefeln und Pistolen, sondern installierte auch eine durchsichtige Parallele zu der Unverfrorenheit des weißen Mannes gegenüber den Indianern, der Konquista gleich. Somit ist es nicht nur ein nahezu realistisches Kunstwerk, sondern auch eine nachträgliche Kritik an die (frühere) Politik Amerikas.

Bewertung: 7 von 10 Sterne