Genre: Drama

"Enter the Void" (Buch/Regie: Gaspar Noé, mit Nathaniel Brown, Paz de la Huerta u.a., Frankreich 2009, 150 min.)

Der junge Oscar wohnt in Tokio und verkauft illegal Drogen an Studenten. Er arbeitet hart, um seine geliebte Schwester ebenfalls nach Tokio zu holen. Nach großen Anstrengungen gelingt es ihm. Doch die Polizei stellt ihm eine Falle und es kommt zu einem Schusswechsel, indem Oscar getötet wird. Wer glaubt, an dieser Stelle würde der Film sein Ende gefunden haben, liegt weit daneben, denn hier beginnt der Film erst einmal. Ein sehr experimenteller Film aus Frankreich, bei dem alles direkt aus der Perspektive Oscars gezeigt wird. Hierbei wurde sogar an den Augenaufschlag gedacht und vermittelt den Eindruck, als würde man aus seinem Körper heraus die Umgebung wahrnehmen. Ebenso wurden immer wieder kleine Trip-Sequenzen dazwischengelegt, die sich dann gern einmal mehrere Minuten lang hinziehen, in denen man nur wunderschöne Farben und ansprechende, fraktale Energieformen sieht. Für mich ein sehr innovativer und gelungener Film, wobei dem Regisseur wirklich Beifall gebührt. Seine kreative und außergewöhnliche Drehtechnik ist einfach, aber genial. Es wäre sehr begrüßenswert, in dieser Form weitere Filme zu sehen zu bekommen.

Fazit: Sehenswert. Warnung: Film kann verstörend wirken. Bewertung: 8 von 10 Sternen

"Mr. Nobody" (Regisseur und Autor Jaco Dormael, mit Jared Leto, Diane Kruger, Sarah Polley u.a., Kanada/Deutschland/Frankreich/Belgien 2010, 138 min.)

Philosophisch-esoterisches Meisterwerk

Der 9jährige Junge mit dem Namen Nemo Nobody leidet unter der Trennung seiner Eltern und kann sich nicht entscheiden, bei wem er nun wohnen soll. Gleichzeitg sieht man einen 118 Jahre alten Mann, der in der Zukunft als einziger Sterblicher in einer unsterblichen Zivilisation eine Fernseh-Berühmtheit ist und live mitgeschnitten wird, wie er seine letzten Tage im Krankenhaus verbringt und aus seinem Leben erzählt. Aufgrund seines enormen Alters kann der Protagonist seine Erinnerungen an seine Vergangenheit und den vielen Erfahrungen aus seinen alternativen Realitäten nicht mehr voneinander unterscheiden und gelangt zu einer enormen Erkenntnis. Ein unglaublich gelungener, romantischer und liebevoll inszenierter Film aus Kanada, der mit dem Umgang alternativer Realitäten umgeht und sie gekonnt miteinander philosophisch in Beziehung setzt. Somit ein hervorragender Film mit Tiefgang und der konkreten und mitunter höchst visuellen Auseinandersetzung mit der Chaostheorie, der Mehrwelttheorie und dem Träumen. Wenn sich jemand die Mühe gemacht hat, all meine Essays, Artikel, Vorträge, Geschichten und Gedichte gelesen zu haben, um mein Weltbild zu erfassen, findet in diesem Film eine absolut gelungene und komprimierte Fassung. Ich möchte behaupten, dass dieser Film der beste ist, den ich in den letzten Jahren gesehen habe und definitiv aus meiner Feder hätte stammen können. Es gab keinen Moment, in dem ich von diesem Film nicht begeistert gewesen wäre. Für Actionfreunde ist dieses Werk jedoch leider nicht das Richtige.

Fazit: Sehr anspruchsvoll und sehenswert. Bewertung: 10 von 10 Sternen

"In meinem Himmel" (von Alice Sebolds, Peter Jackson, mit Saoirse Ronan, Rachel Weisz. USA 2010, Laufzeit: 123 Minuten)

Postmortales Drama in der Zwischenwelt

Die 14jährige Susie schildert ihr Leben und ihren Tod aus der Zwischenwelt und wie sie am Ende von einem Serienkiller getötet wird. Ihre hinterbliebene Familie versucht verzweifelt, diesen Verlust zu verschmerzen, während Susie in der Zwischenwelt umherirrt und ihr einstiges Leben nicht loslassen kann. Man bemerkt sofort, diese Romanverfilmung ist mit viel Liebe gemacht worden und lebt von schönen Computeranimationen und kreativen Vorstellungen über das Aussehen einer Zwischenwelt, in der Verstorbene die Möglichkeit besitzen, ihr altes Leben loszulassen und sich für das neue Leben im Jenseits zu entscheiden. Natürlich sind bei Romanverfilmungen immer Abzüge zu machen und es müssen Kompromisse gemacht werden, aber trotzalledem handelt es sich um ein schönes Werk. Die altbekannte Schauspielerin Susan Sarandon ist einfach herrlcih in ihrer Rolle und verleiht dem Film viel Humor.

Fazit: Sehenswert.. Bewertung: 8 von 10 Sternen

"Cashback" (von Sean Ellis, mit Sean Biggerstaff. UK 2007, Laufzeit: 107 min.)

Spiel um die Zeit

Der junge Künstler Ben ist sehr verletzt über die Trennung von seiner Freundin. Nun mehr leidet er unter Insonia und weiß dennoch einiges mit der Zeit anzufangen. Denn er entschließt sich, nachts in einem Supermarkt zu arbeiten. Die Langeweile dort ist unübertroffen und dehnt die Zeit ins Endlose, aber Ben entdeckt das Geheimnis der Zeit und lernt, sie anzuhalten. Ein kleines Kunstwerk aus England, geschrieben und produziert von Sean Ellis, einem Regisseur mit einem sehr guten Gefühl für Charaktere und Atmosphäre.

Fazit: Sehenswert. Bewertung: 8 von 10 Sternen

"Die Tür" (Buch/Regie: Anno Saul, mit Mads Mikkelsen, Jessica Schwarz, Heike Makatsch, Deutschland 2010, 109 min.)

Zwei Welten zwei Ichs

David hat eine Affäre mit seiner Nachbarin und während er sich mit ihr amüsiert, ertrinkt seine Tochter im Pool. In seiner Reue versucht er sich danach selbst zu töten, doch dies misslingt ihm. Dabei entdeckt er ein verlassenes Haus mit einem Kellergang, der ihn auf die andere Seite der Realität führt, in der die Zeit 5 Jahre zurückgedreht ist und kann in dieser seine Tochter im letzten Moment retten. Der Preis, um in dieser Welt bleiben zu können, ist, dass er sein zweites Ich dort tötet. Sein altes Leben hat er wieder, doch seine Tochter fühlt, dass er nicht ihr richtiger Vater ist. Nun muss David entdecken, dass er doch nicht der Einzige ist, der diese Tür entdeckt hatte. Dieses gelungene, deutsche Drama des Regisseurs Anno Saul ist ein kleines, düsteres Kunstwerk, in dem Parallwelten betrachtet und hierbei als Möglichkeit gesehen werden, eine verpasste Chance erneut zu ergreifen. Eigentlich der Wunschgedanke vieler Menschen, die liebend gern die eine oder andere Entscheidung in ihrem Leben rückgängig machen würden. Es ist auch ein moralischer Balanceakt zu verfolgen, der sich durch den ganzen Film zieht. Hierbei wird die Rücksichtslosigkeit eines Menschen thematisiert, wie weit er für eine zweite Entscheidungsmöglichkeit gehen würde.

Fazit: Sehenswert. Bewertung: 7 von 10 Sternen

"Die Frau des Zeitreisenden" (Robert Schwentke (Regie), mit Eric Bana, Rachel McAdams, Ron Livingston, USA 2009)

Zeitreisen mit Herz

Was ist, wenn man von einer Unbekannten angesprochen wird und diese behauptet, man sei in der Zukunft mit ihr verheiratet, ohne dass man sich daran erinnern könne? So zeigt der Film die Höhen und Tiefen einer Liebesbeziehung mit einem Mann, der an einem genetischen Defekt leidet, welcher ihn immer wieder dazu zwingt, sich aufzulösen und durch die Zeit zu reisen... Diese rührende Liebesgeschichte zeigt das Leben eines Mädchens, dass mit sechs Jahren einem Zeitreisenden begegnet und von diesem Moment an weiß, dass es der Mann ihres Lebens sein wird. Brad Pitt hat sich sehr schnell die Rechte zu diesem Film erkauft, doch er floppte in den Kinos in USA und Deutschland. Vermutlich fehlte es an Action und einer einfallsreicheren Verfilmung. So gibt es schon einige langwierige Strecken in dem Film und es wird zu wenig auf die Thematik selbst eingegangen. Somit erhielt der Film eine kitschige Komponente und mag nicht jedem gefallen haben. Somiut beschränkt sich der Film auf einige Zeitreisen und das dauernde Warten seines Partners, welcher ihm stets Kleidung zurecht legt. Trotz der recht eintönigen Story ist es ein romantischer Film mit viel Gefühl. Eines lehrt der Film sicherlich: Es nutzt einfach nichts, wenn man sich als Zeitreisender sterilisiert.

Fazit: Empfehlenswert. Bewertung: 7 von 10 Sternen

"Stone" (Regisseur John Curran, mit Robert deNiro, Milla Jovovich, Edward Norton u.a., USA 2010, 100 min.)

Rehabilitations-Drama mit überraschender Wende

Stone sitzt im Gefängnis und hat nach acht Jahren einen Antrag auf Rehabilitation gestellt, doch dieser muss erst einmal genehmigt werden. Stone bemerkt, dass der Gutachter skeptisch ist, ihn wieder auf freien Fuß zu setzen, so beschäftigt er sich zum Schein mit Buddhismus, Religion und Esoterik. Der Gutachter kann von seinen Zweifeln nicht Abstand nehmen, während Stone einen Moment der Erleuchtung über sich selbst erlebt und sein anfängliches Manöver entpuppt sich als sein neuer Lebensweg. Selbst Stones Ehefrau glaubt nicht an seine Verwandlung und beginnt eine Beziehung zum Gutachter aufzubauen... Eine elegante Wende, die in diesem Film zwischen diesen drei Personen thematisiert wird und veranschaulicht mit filmischer Eleganz die Beliebigkeit unserer gesellschaftlichen Rollenverteilung. Die Rollen vertauschen sich schleichend und der Gefangene rehabilitiert sich letztendlich selbst, während die anderen beiden durch ihre Verstrickungen und falschen Interpretationen dem Gesetz untreu werden und sogar ihre Charaktere tauschen. Ein hervorragend-gelungenes Wechselspiel persönlicher Realitäten.

Fazit: Sehenswert. Bewertung: 7 von 10 Sternen

"Caotica Ana" (von Julio Medem, Manuela Vellés, Charlotte Rampling, 118 min. Spanien 2007)

Künstlerisch-hypnotisches Reinkarnationsdrama

Die Künstlerin Ana wird von einer Sponsorin auf Ibiza entdeckt und fortan von ihr finanziell unterstützt. In der Auseinandersetzung mit ihrer Kunst und durch die Begegnung mit einem Araber erfährt sie plötzlich Visionen aus vergangenen Leben. Mal ist sie seine Geliebte auf der Flcut vor Marrokanern, dann wieder ein arabisches Mädchen oder eine Bergsteigerin, die in der Kälte ihren Tod findet. Ein Hypnotiseur nimmt sich ihrer an und erforscht mit ihr die vielen verschiedenen Leben und Tode, die sie erfahren hatte und reist mit ihr immer weiter in die Vergangenheit auf der Suche nach dem ersten Leben, dem Ursprung aller Leben... Der Film lebt von einzelnen Sequenzen, die trotz chaotischer Präsentation von den vielen Momenten lebt, seien sie aus diesem oder einem anderen Leben, die - wie in einer Hypnose - von 10 bis 1 rückwärtig gezeigt werden. Dabei fragt man sich immer mehr, welches Leben ist denn nun die Gegenwart und was wird geschehen, wenn die letzte Sequenz erfolgt.

Fazit: Auf jeden Fall sehenswert. Bewertung: 7 von 10 Sterne

"Männer die auf Ziegen starren" (mit George Clooney, Jeff Bridges, Kevin Spacey u.a., USA 2009, 93 min.)

Verkappt-psychedelische Hommage an Timothy Leary

Wer in der Erwartung liegt, es hier mit einem deutschen Film zu tun zu haben, wird sicherlich enttäuscht werden. Hierbei handelt es sich um einen Film mit Hollywood-Starbesetzung wie George Clooney, Jeff Bridges, Kevin Spacey u.a. und repräsentiert gleichzeitig eine verkappte Hommage an den LSD-Papst Timothy Leary. Dazu werden vergangene, militärische Experimente bei der Ausbildung von Supersoldaten mit alternativen Kampfmethoden thematisiert. Clooney hat hierbei als Co-Produzent hinter der Kamera agiert und schildert eine aberwitzige Story und Verballhornung der Versuche der amerikanischen Regierung der 60er Jahre, in denen sie Experimente dieser Art unternahmen, um alternative Kriegsmethoden zu entwickeln... Der Reporter Bob Wilton (Ewan McGregor) stößt zufällig auf den Ex-Soldaten Lyn Cassady (G. Clooney) der ihn schrittweise in die geheimen Fähigkeiten der Supersoldaten einführt. Dabei sind Fähigkeiten wie das Töten von Ziegen mit einem Blick ebenso Alltag wie durch Wände zu gehen oder sich unsichtbar zu machen. Dabei ist es nicht verwunderlich, wenn die Trinkwasserversorgung eines militärischen Camps plötzlich mit LSD versetzt wird - halt ganz entsprechend der einstigen Wunschvorstellung Timothy Learys dies mit der gesamten Wasserversorgung der USA zu veranstalten. Sehr amüsant ist Clooneys gelungene Selbstverarsche in einem Netzwerk undurchsichtiger Machenschaften zwischen geheimen Militäroperationen und obskuren Testpersonen.

Fazit: Sehenswert. Bewertung: 6 von 10 Sternen

"Jumper" (mit Hayden Christensen und Jamie Bell, USA 2008, 88 min.)

Wild-rasantes Umgebungswechseln mit solider Action

Der Teenager David entdeckt bei einem Einbruch ins Eis des ansässigen Teiches dass er die Fähigkeit zur Teleporttion beherrscht. Er nutzt die Vorteile dieser Fähigkeit und picknickt mal eben auf dem Kopf der Sphinx oder teleportiert sich für eine Tasse Kaffee nach Paris. Er genießt diese unbegrenzte Freiheit. Doch muss er entdecken, dass er von einem wahnsinnigen Jäger verfolgt wird, der nicht nur weiß, wie man mit Teleportern umzuspringen hat, sondern sieht sich auf einer heiligen Mission... Sehr gelungen sind die rasant wechselnden Szenen und Kulissen und demonstriert hautnah, wie angenehm es sich mit einer solchen Fähigkeit leben ließe.

Fazit: Sehenswert. Bewertung: 7 von 10 Sterne

"Stay" (von Mark Foster, mit Ryan Gosling, Naomi Watts, Ewan McGregor, 106 min.USA 2006)

Bravorös inszenierte Alkimatisierungsversuche post mortem

Der Film beginnt mit dem Kunststudenten Henry Letham und Verehrer des unbekannten Künstlers Tristan Reveur, als er gerade neben einem brennenden Autowrack sitzt und dann einfach den Unfallort verlässt. Von da an leidet Henry stark unter seltsamen Wahrnehmungen und Halluzinationen, die er durch einen Psychiater zu erklären versucht. Seltsamerweise übertragen sich seine psychischen Probleme auf seine Mitmenschen und die irritierenden Wahrnehmungen nehmen zu. Als ein jahrelanger bekannter Freund des Psychiaters von Henry als sein verstorbener Vater identifiziert wird, überschlagen sich die Ereignisse... Während der Psychiater stark um seine Rolle ringt, gelingt es dem Schauspieler Ryan Gosling, in seiner Rolle als junger Kunststudent, diese hervorragend herüberzubringen. Ein junges Talent, das man gewiss nicht das letzte Mal auf der Leinwand gesehen hat.

Fazit: Auf jeden Fall sehenswert. Bewertung: 6 von 10 Sterne

"Mein Leben auf zwei Wegen" (von Pip Karmel, mit Sandy Winton, 101 m. Australien/Frankreich 1999)

Eine Frau in zwei Welten

Die überzeugte Single-Frau lebt allein in ihrem Apartment und ist eine erfolgreiche Geschäftsfrau. Doch eines Morgens erwacht sie im Leben einer anderen Version ihrer selbst. Sie ist plötzlich Mutter von drei Kindern und verheiratet. Bemerkenswert ist hier, dass zwei Realitäten gegenübergestelt werden, ohne die eine oder andere zu verurteilen. Eine Frau sieht sich an der Kreuzung ihres Lebens: entweder heiraten und Familie oder doch die Karriere und Single. Erst mit den Monaten findet sie heraus, dass ein anderes Selbst von ihr verantwortlich für diese seltsame Situation ist.

Fazit: sehenswert. Bewertung: 6 von 10 Sterne

"V - wie Vendetta" (von den Wachowski-Brüdern, mit Natalie Portman, USA/England/Deutschland, 2006, 126 min.)

Freiheit für immer - Geniale Zukunfs-Parabel zur Bush/Rumsfeld-Affäre

In einem unmittelbar zukünftigen Paralleluniversum ist der Revolutionär mit dem Codenamen "V" fest entschlossen, das gegenwärtige Regime zu stürzen und kennzeichnet seine Arbeit als Vendetta, eine Rache. Er war mitunter einer von vielen Testpersonen der Regierung zur Erzeugung eines Weltgrippe-Virus gewesen, der sich durch ein Feuer retten konnte. Dieser Virus erschuf lange Zeit globales Entsetzen, weltweite Angst und forderte Millionen Opfer. Wie von Gott gesandt taucht plötzlich ein Gegenmittel auf, sodass alle Menschen von der Seuche befreit werden konnten. Doch was das Volk nicht weiß, das weiß "V", denn die Regierung hatte dies alles von Anfang an geplant, um grenzenlose Macht zu erhalten.,, Wenn man einmal "Matrix" gesehen hat und die bisherige Arbeit der Wachowski-Brüder kennt, wundert man sich erst einmal schon, wieso sie nun gerade diesen Film auf die Leinwand gezaubert haben wollten. Doch wenn man ihn aufmerksam schaut, so kommt schnell die Wahrheit und ihre Absicht ans Licht: Es geht wieder einmal um die Unterjochung des Volkes und das Erreichen der Freiheit mittels einer Revolution. Aber die Wachowski-Brüder machen hier noch keineswegs halt, denn wenn man sich diesen Plot einmal gründlich vor Augen hält (und was so gut wie keinem Filmkritiker bisher aufgefallen ist und welche diesen Film nur als simple Kinoverfilmung betrachten wollen) ist die geniale Parabel zur gegenwärtigen amerikanischen Weltpolitik in der Entstehung ihres bereits gelegten Keimes, bzw. ihrer diversen Machenschaften bezüglich der so genannten Vogelgrippe. Würde dieser Komplott tatsächlich zur Gänze vollzogen, so würde die nahe Zukunft, die sich in diesem Film zeigt, ziemlich nah aus deren Paralleluniversum in das unsrige rücken. Wie genial daher die weise Voraussicht der stets fleißigen Wachowski-Brüder, dies so weit im Vorfeld erkannt zu haben. Sie haben wieder einmal ihre Hausaufgaben gemacht.

Entsprechende Filmzitate:

"Gibt es Zufälle? Nein, es gibt nur die Illusion von Zufall".
"Das Volk sollte die Regierung nicht fürchten, sondern die Regierung das Volk."

Fazit: Auf jeden Fall sehenswert. Man beachte: Dieser Film rief die Hackerbewegung "Anonymous" ins Leben. Bewertung: 10 von 10 Sternen

"Birth" (von Jonathan Glazer, mit Nicole Kidman, 106 min. USA 2004)

Bedächtiges Inkarnationsdrama mit gut inszeniertem Spannungsaufbau und Tücke

10 Jahre nach dem Tod ihres geliebten Mannes möchte Anna die Trauerphase hinter sich lassen und einen anderen heiraten. Doch dann trifft Anna auf einen 10jährigen Jungen, der ihr von der Hochzeit abrät und behauptet ihr verstorbener Mann zu sein... Man trifft hier auf eine ganz andere Nicole Kidman, die mit englischer Kurzhaarfrisur zwischen Glauben und Unglauben hin- und hergerissen wird. Ihr Konflikt wird dramatisch mit klassischer Musik untermalt und wechselt sich dann wieder mit sehr ruhigen und besinnlichen Szenen ab. Der Regisseur Jonathan Glazer besticht hier mit ungewöhnlichen Filmtaktiken, die für gewöhnlich nicht üblich sind. Außerdem spricht er mit diesem Thema auch gewisse moralische Bedenken an, die aus dem Glauben an Reinkarnation mit Erinnerung auf das vorherige Leben einhergehen können. Es bleibt am Ende doch die Frage, ob der Regisseur nur Verwirrung stiften wollte oder ob er das Thema der Reinkarnation unbedingt einmal von mehreren Seiten beleuchten wollte. So wird auch der Zuschauer hin- und hergerissen und fragt sich am Ende, ob das denn nun schon alles gewesen ist.

Fazit: Auf jeden Fall sehenswert. Bewertung: 6 von 10 Sternen

"Das Haus am See" (von Alejandro Agresti, mit Keanu Reeves, Sandra Bullock, USA 2006, 98 min.)

Romantische Liebesgeschichte mit chronologischen Problemen

Alex erfüllt seinen Herzenstraum und kauft ein Haus am See. Neben seinem Hund besitzt er nun auch einen kuriosen Briefkasten, in dem er immer wieder einen Brief findet, der jedoch von einer Frau geschrieben scheint, die sich um einige Jahre versetzt in der Vergangenheit befindet. Nach und nach verlieben sich die beiden ineinander ohne sich wirklich treffen zu können... Basierend auf dem südkoreanischen Film "Il Mare" aus dem Jahre 2000 wird dieser von Hollywood neu aufgelegt und in Szene gesetzt. Leider finden sich neben der aufdringlichen Liebesgeschichte auch viele langweilige Stellen und lassen den Film wie ein bekanntes Programm zum Ende bringen. DIe Idee an sich ist auf diese Art noch nie dagewesen, daher hätte man eben viel mehr daraus machen können.

Fazit: Interessant. Bewertung: 6 von 10 Sternen

"Der Krieger und die Kaiserin" (mit Franka Potente, Til Schweiger, von Tom Tykwer)

Bizarres Drama mit abstrakt-psychischen Korrelationen

Das Schicksal führt hier Sissi, eine Psychiatrie-Patientin, mit dem reuevollen Bodo zusammen, der seit Jahren in einer falschen Wahrscheinlichkeit lebt, weil er seine Frau durch einen dummen Fehler verlor und am liebsten die Zeit zurückdrehen würde. Sissi verliebt sich bei einem Unfall in ihren Lebensretter und verfolgt ihn seit diesem Zeitpunkt, um ihm nahe zu sein. Auf der Flucht vor Polizei und Psychiatern kommen sie sich immer näher und erleben die erstaunlichsten Situationen, die beide verwandelt und die besten Seiten in ihnen hervorkehren. Die Flcuht gipfelt in einem abgrundtiefen Sprung vom Dach der Anstalt.

Zu den Filmfestspielen in Venedig wurde dieser Film 2001 vorgestellt und gewann den 2. Platz. Der Regisseur ist bekannt durch sein gelungenes Werk "Lola rennt" und enttäuscht auch hier nicht seine Fans. Ein wirklich genialer Film mit schönen, verwirrenden Begebenheiten, die viele Themen gleichzeitig anschneiden und doch kunstvoll der Faden gehalten wird. Raffiniert inszeniert, gekonnt dirigiert und elegant ausgebaut, bringt Tykwer ein weiteres Kunstwerk in Form eines Films in die Welt, den man nicht so leicht vergisst, wenn man ihn einmal gesehen hat!

Fazit: Wertvoll. Bewertung: 7 von 10 Sternen

"What the Bleep do we know" (mit Marlee Matlin, Elaine Hendrix,, von Betsy Chasse, USA 2004)

Doku-Film über parallele Quantenuniversen - leicht erklärt

Ein sehr mutiger und vor allem naturwissenschaftlicher Film aus dem Bereich der Physik und Quantenmechanik, in der das sonderbare Verhalten von Teilchen analysiert und erklärt wird.Teilchen, die die Eigenschaft besitzen, plötzlich zu verschwinden und an anderen Orten unvermittelt wieder aufzutauchen sowie die Problematik von Teilchen, die in Ort und Zeit nicht festgelegt werden können... Selten ist es der Wissenschaft derart gelungen, einen fortschrittlicheren und sehenwerteren Beitrag zu den neuesten Forschungsergebnissen der Physik und Atomforschung zu präsentieren, die für jeden Laien leicht verständlich und äußerst originell konzipiert ist. Während für die Menschen unsichtbare, gelartige Hubba-Bubba-Männchen durch das Bild hopsen, um den Zuschauer das Verhalten von Zellen und Zelladaptionen zu verdeutlichen, wird man ebenso mit der Kraft der Gedanken konfrontiert, die nachweislich destilliertes Wasser beeinflussen können. Die taubstumme Hauptdarstellerin, bekannt aus "Gottes vergessene Kinder", spielt eine Fotografin, die als Medium zur Übermittlung der neuesten Ergebnisse der Quantenforschung dient. Indes kommen immer wieder Physiker, Mathematiker, Forscher und auch J.R. Knight zu Wort (bekannt als das Medium für die Persönlichkeit Ramtha) und erzählen von den neuesten Erkenntnissen. Ein wirklich gelungenes Gesamtwerk, dass das ungebildete Volk ein wenig näher zur Wahrheit rückt, elegant, diplomatisch und beinahe unvergesslich. Träume, schamanistischea Reisen, voreingenommene Wahrnehmung, die Kraft der Gedanken, positives Denken, Paralleluniversen, Selbsthypnose, Atome, Moleküle, Zellen u.v.a. wird hier gekonnt unter einen Hut gebracht.

Fazit: Sehr sehenswert. Bewertung: 9 von 10 Sternen

"Vergiss mein nicht!" (mit Jim Carrey, Kate Winslet, Tom Wilkinson, Kirsten Dunst, Elijah Wood, von Michael Gondry, USA 2004, 108 min.)

Surreal-didaktischer Film für zwischenmenschliche Beziehungen

Erinnerungen definieren unser Verhalten und unsere Selbstbetrachtung, aber auch die Bewertung anderer Menschen. So geht der Regisseur Michael Gondry bei seinem neuesten Werk sehr ausgeklügelt vor und arbeitet geschickt auf eine Erkenntnis mit Gänsehautfaktor zu, die sich erst im letzten Satz des Filmes offenbahrt. Man fühlt sich wie in "Eyes wide shut", in dem sich die Essenz ebenso auf den letzten Satz konzentrierte, doch in "Vergiss mein nicht" wird dies um ein Vielfaches übertroffen. Anfangs kommt man sich vor, wie in einem deutschen DDR-Film, doch langsam wird die Geschichte eines Pärchens erzählt, das ihre Erinnerungen an ihren geliebten Partner löschen lässt, damit die unangenehmen Stunden keine Wirkung mehr auf die Beziehung besitzen. Doch während des Vorganges besinnt sich Joel darauf, dass er doch lieber einige Erinnerungen behalten möchte und es beginnt eine spektakuläre Flucht vor dem aktuellen Löschvorgang in seinem Unterbewusstsein. Das Drama spitzt sich immer mehr zu und es wird chaotischer und schmerzvoller für beide Partner, doch letzten Endes verstehen sie, welchen einfachen Weg sie hätten anstattdessen wählen können... In ganz subtiler Art dringt der Film in das Bewusstsein des Publikums und entfacht den Gefühlssturm erst zum Ende. Besonders gelungen ist der nochmalige Hinweis der Filmgesellschaft "Focus Release" als letzte Einblendung des Films. Man mag sich fragen, wieso der Regisseur den Komödianten Jim Carrey für die Hauptrolle auswählte und lässt Raum für vielerlei Spekulationen.

Fazit: Sehr sehenswert. Bewertung: 8 von 10 Sternen

"Ein endloser Albtraum" (Regie: Colin Bucksey, Buch: Rama Laurie Stagner, mit Sherilyn Fenn, Thomas Gibson, Lauren Diewold, USA 1998)

Straightes Drama in Parallelwelten

Die junge Joanne Burke konzentriert sich mehr denn je auf ihre Tochter, nachdem ihr Mann bei einem Unfall ums Leben kam. Doch wieder droht ein Unfall, dieses Mal der Tochter. Todesmutig stößt sie ihre Tochter von der Straße, doch wird dabei selbst erfasst und wacht kurze Zeit später im Leben eines ihrer Zwillingsselbste aus einer parallelen Realität auf. Dieses andere Selbst ist jedoch keine sorgende Mutter, sondern vielmehr eine kalte Geschäftsfrau. Joanne sucht den Weg in ihr gewohntes zurück, denn sie erkennt, dass ihr Schwesterselbst ihren eigenen Sohn tötete und nun die Mutter ihrer Tochter ist, solange sie keinen Ausweg findet.

Bewertung: 6 von 10 Sternen

"Vanilla Sky" (Mit Tom Cruise, Cameron Diaz und Penelope Cruz. Dauer 135 Minuten)

Positiv verstörendes Trauma mit Konflikt zur Selbsterkenntnis.

David Aames ist ein vermögender Industrieller, der so seine Liebschaften unterhält. Bei einem Unfall wird sein Gesicht entstellt und er leidet sehr darunter. So setzt er alles in Bewegung, um wieder sein gewohntes Aussehen zurückzuerlangen und trifft eine verhängnisvolle Entscheidung.

Der Film besitzt eine sehr positive Wirkung, sozusagen positiv verstörend. Bisher haben das nur sehr wenige Filme geschafft wie z.B. "Contact" oder "13th Floor", ja auch "Matrix" natürlich, aber "Vanilla Sky" setzt dem noch in seiner Klarheit und treffenden Symbolik die Krone auf. Nicht nur fängt der Film die Zuschauer mit immer irritierenderen Szenen a la "Memento" ein, sondern auch durch die emotionale Nähe zu den Rollen und leichten Identifikationsmöglichkeit für Leute mit guter Erinnerung an ihre eigene Kindheit.

Vanilla Sky ist eigentlich ein Remake des spanischen Regisseur von Alejandro Amenábars Film "Abre los ojos" (Open your eyes) von 1997.

Fazit: Muss man gesehen haben! Bewertung: 9 von 10 Sternen

"Being John Malkovich" (mit Cameron Diaz, John Cusack, John Malkovich, USA)

Abgedrehter kafkaähnlicher Traumfilm mit skurillen Sequenzen

Ein verhinderter Künstler entdeckt bei einem Nebenjob eine geheimnisvolle Tür, durch welche man sich in den Schauspieler John Malkovich transferieren und sein Leben für 15 Minuten miterleben kann. Diese seltsame Entdeckung irritiert den Freundeskreis des Hauptdarstellers und sorgt für Trubel und schiere Begeisterung.

Fazit: Einer der verrücktesten Filme. Bewertung: 8 von 10 Sternen

"Fearless - Jenseits der Angst" (mit Jeff Bridges, Isabella Rosseline, USA 1993)

Prämortale Konflikte mit Familie und persönlich-spiritueller Entwicklung gruppiert um die Allgegenwart des Todes in gekonnt dargestellter Atmosphäre

Während eines Flugzeugabsturzes entbrennt ein Kampf ums Überleben unter den Passagieren in den letzten Minuten, die ihnen bleiben. Jeff Bridges, in seiner Rolle mit dem symbolischen Namen Max Klein, gibt sich indes einem seltsamen Licht hin und besiegt seine jahrzehntelange Angst vor dem Leben, dem Tod, Gott und den Rest der Welt. Als Überlebender des Absturzes setzt er seinen Kampf gegen die Angst spielerisch fort, wird jedoch von seiner Familie und einem Psychologen in Bedrängnis gebracht, da er als Familienvater "zurückkehren" soll.

Fazit: Einfach inspirierend. Bewertung: 7 von 10 Sternen

"Lola rennt" (von Tom Tykwer, mit Franka Potente, Moritz Bleibtreu, Deutschland, 81 min.)

Phantasie- aber realvolle Bettgeschichtenliason im spielerischen Umgang mit Variationen in Berlinischer Manier

Lolas Freund Manni hat Schulden und wird von seinen Gläubigern mittlerweile massiv bedroht. Es bleiben ihm noch 20 Minuten, um 100.000 DM zu beschaffen. Während Lola versucht, von ihrem Vater, einem Bankdirektor, das Geld zu bekommen, um ihren Geliebten freizukaufen, dreht Manni fast durch: In seiner Verzweiflung erscheint ihm der Überfall eines Supermarkts als die einzige Rettung. Lola rennt los, da sie von dem Überfall weiß, und hofft, ihn noch rechtzeitig davon abhalten zu können, doch ist es schon zu spät. Erst zögert sie, doch dann hilft sie ihm bei dem Überfall. Als sie mit dem Geld fliehen wollen, werden sie von der Polizei umkreist und es fallen Schüsse..... Interessant ist hier die Szenenaufteilung, in der Lola und Manni in mehreren Variationen einen Überfall planen, den Vater von Lola anpumpen oder anderte Möglichkeiten versuchen. Jedenfalls wird viel gerannt und gemacht, doch im letzten Drittel des Films findet man Lola und Manni in einem Bett vor und die vielen Möglichkeiten erschöpfen.

Bewertung: 7 von 10 Sternen

"Hinter dem Horizont" (von Vincent Ward, mit Robin Williams, Annabella Sciorra, Max von Sydow, USA 98, 108 min. )

Esoterisches visuell-orientiertes Gefühlsdrama mit lebensüberdauernder Liebe

Chris führt mit seiner Frau Annie und einem Hund ein gutes Leben. Als beide Kinder bei einem Autounfall aus dem Leben scheiden, ist die Familie zerstört. Annie verfällt in Depressionen und es kostet Chris sehr viel Kraft, ihr wieder Freude am Leben zu vermitteln. Gerade, als alles wieder einigermaßen gut ist, stirbt Chris ebenfalls. Er kann allerdings nicht von ihr loslassen und begleitet seine Frau weiterhin als Geist. Irgendwie spürt sie aber seine Anwesenheit und treibt sie in den Wahnsinn. In ihrer Trauer ist Annie auf der Erde vollends ihren Depressionen verfallen und nimmt sich selbst das Leben. Nun lernt Chris auch, was mit Menschen passiert, die sich selbst töten, denn diese kommen in die Hölle. Chris zögert keinen Augenblick und begibt sich in die Hölle, um sie zu befreien.

Fazit: Verträumt. Bewertung: 7 von 10 Sternen

"Phenomenon" (von Jon Turteltaub, mit John Travolta, USA 1995, 123 min.)

Bewegendes Melodram über das Leben mit parapsychologischen Fähigkeiten in unserer Alltagswelt

Der Automechaniker George hat nach seiner geheimnisvollen Bewusstseinserweiterung, die durch das Auftauchen einer riesigen Feuerkugel eingeleitet wurde, auf einmal mit der Befremdung seiner kleinstädtischen Mitbewohner zu kämpfen, da er plötzlich geniale und psychisch hoch entwickelte Fähigkeiten zeigt. Die Bürger seines Heimatdorfes sind skeptisch und weckt abergläubische Konflikte. George weiß keinen Ausweg, denn seine genialen Ideen beflügeln seiner Ansicht nach Wissenschaft und Leben aller Menschen, doch auf der anderen Seite scheint er sich doch nach seinem alten Leben zu sehnen.

Bewertung: 7 von 10 Sternen

"Die Truman-Show" (von Peter Weir, mit Jim Carrey, Laura Linney, Ed Harris, USA 1998)

Philosophisch-orientierte Komödie a la Big Brother mit selig schlafendem Jim Carrey

Das spießig und brav erzogene Muttersöhnchen Trueman lebt in einer der schönsten Kleinstädte in Amerika, die er seit 30 Jahren nicht einmal verlassen hat. Das hat ihn bislang nicht gestört, doch das ändert sich als eines Tages plötzlich ein Scheinwerfer einige Meter vor ihm auf den Boden kracht. Dieser scheint direkt vom Himmel gekommen zu sein und macht ihn langsam ein wenig misstrauisch. Von nun an versucht Truman zu erkunden, was an diesem seltsamen Dorf nicht stimmt... Dieser Film wurde für Menschen mit psychotischen Tendenzen zum Anschauen verboten.

Fazit: EIn Muss! Bewertung: 9 von 10 Sternen

"Siesta" (von Mary Lambert, mit Ellen Barkin, Jodie Foster, M. Sheen, USA 1987, 97min.)

Überlebenskampf post mortem mit skurillen Einlagen

Claire erwacht völlig nackt in Spanien und scheint eine Amnesie zu besitzen. Sie erinnert sich noch, dass sie ihren Mann verlassen hatte, um ihren neuen Geliebten zu treffen. Auf ihrer Erkundung durch die nahe gelegene Stadt begegnen ihr seltsame Dinge und einige Dinge erscheinen ihr allzu fremd. Ebenso hat sie Probleme, sich richtig an alles zu erinnern, was in den letzten Tagen vorgefallen ist. Manchmal glaubt sei, sie habe einen Killer angeheurt, um sie zu töten, dann wieder denkt sie, dass sie unter Wahnvorstellungen leide.

Dieser Film ist in jedem für die Verhältnisse der 80er Jahre sehr fortschrittlich und besitzt einen gelungenen, surrealen Charakter, der damals recht ungewöhnlich war. Nicht nur sind viele Symbole und Hinweise eingebaut, um dem Zuschauer hin und wieder Tipps zu vermitteln, sondern es werden ihm auch schöne, komponierte Bilder gezeigt.

In jedem Fall ein verrückt-schöner Film, den man gesehen haben sollte.

Fazit: Sehr empfehlenswert

Bewertung: 7 von 10 Sternen

" Erleuchtung garantiert" (von Doris Dörrie, mit Uwe Ochsenknecht, Deutschland 1999, 96 min.)

Deutsche Buddhisten-Version unmittelbaren Erlebens im Homevideo-Style

Zwei Freunde ziehen für eine geraume Zeit in ein Kloster und erkennen den Unterschied zwischen Ruhe und Stress... Die Regisseurin Doris Dörrie ist hier ein kleines Schätzchen gelungen, locker im Homevideo-Stil gedreht, zweitweise amateurhaft, dann wieder professionell, um den verschiedenen Situationsstimmungen Ausdruck zu verleihen. Dabei vermittelt die Regisseurin die Botschaft an den standardisierten Deutschen, dass das Leben auch ruhiger und gelassener angegangen werden könnte, unabhängig davon, in welcher Situation man sich gerade befindet. Außerdem ist es ihr gut gelungen, viele amüsante Situationen zu erschaffen, die diesen Film auch als Komödie betrachten lassen kann. Interessant ist auch der Umstand, als der Film zum ersten Mal im TV ausgestrahlt wurde: Die Kirche entsandte einen Sprecher und hat mit einer Voransprache versucht klarzustellen, die definitiv wie eine Werbung für den eigenen Glauben klang, dass dieser Film nur eine Fiktion sei und nicht zur wahren Erleuchtung führen kann. Die Angst der deutschen Kirche ist auch nicht geringer als die anderer Länder, dass ihnen die Schäfchen abhanden kommen könnten. Welch geringe Tätigkeit, in Form einer Komödie, mag den Selbstzweifel der Kirche schon so leicht erregen...

Fazit: Wirklich sehenswert. Bewertung: 8 von 10 Sternen