Jonathan Dilas Kurzgeschichten Stories out of Dreams

Genre: Science-Fiction

"Mr. Nobody" (Regisseur und Autor Jaco Dormael, mit Jared Leto, Diane Kruger, Sarah Polley u.a., Kanada/Deutschland/Frankreich/Belgien 2010, 138 min.)

Philosophisch-esoterisches Meisterwerk

Der 9jährige Junge mit dem Namen Nemo Nobody leidet unter der Trennung seiner Eltern und kann sich nicht entscheiden, bei wem er nun wohnen soll. Gleichzeitg sieht man einen 118 Jahre alten Mann, der in der Zukunft als einziger Sterblicher in einer unsterblichen Zivilisation eine Fernseh-Berühmtheit ist und live mitgeschnitten wird, wie er seine letzten Tage im Krankenhaus verbringt und aus seinem Leben erzählt. Aufgrund seines enormen Alters kann der Protagonist seine Erinnerungen an seine Vergangenheit und den vielen Erfahrungen aus seinen alternativen Realitäten nicht mehr voneinander unterscheiden und gelangt zu einer enormen Erkenntnis... Ein unglaublich gelungener, romantischer und liebevoll inszenierter Film aus Kanada, der mit dem Umgang alternativer Realitäten umgeht und sie gekonnt miteinander philosophisch in Beziehung setzt. Somit ein hervorragender Film mit Tiefgang und der konkreten und mitunter höchst visuellen Auseinandersetzung mit der Chaostheorie, der Mehrwelttheorie und dem Träumen. Wenn sich jemand die Mühe gemacht hat, all meine Essays, Artikel, Vorträge, Geschichten und Gedichte gelesen zu haben, um mein Weltbild zu erfassen, findet in diesem Film eine absolut gelungene und komprimierte Fassung. Ich möchte behaupten, dass dieser Film der beste ist, den ich in den letzten Jahren gesehen habe und definitiv aus meiner Feder hätte stammen können. Es gab keinen Moment, in dem ich von diesem Film nicht begeistert gewesen wäre. Für Actionfreunde ist dieses Werk jedoch leider nicht das Richtige.

Fazit: Sehr anspruchsvoll und sehenswert. Bewertung: 10 von 10 Sternen

"Inception" (Regisseur und Autor Christopher Nolan, mit Leonardo DiCaprio, Marion Cotillard, Michael Caine, USA/England 2010, 148 min.)

Tiefenpsycholgisches Traumspektatkel

Cobb ist ein Traumagent, der es beherrscht, in die Träume anderer Menschen einzudringen und dort Informationen zu stehlen, die er an gut bezahlende Firmen weitergibt. In James-Bond-Manier rast er durch das Unterbewusstsein seiner Zielpersonen. Eines Tages bietet ihm eine Firma an, ihren stärksten Konkurrenten derart zu beeinflussen, dass dieser seine Firma verkauft. Der Film spielt auf vier Traumebenen, die miteinander kooperieren und demonstrieren einen zwar schießwütigen, aber dennoch eleganten Umgang mit dem Träumen an. Hier begegnet man tiefenpschologischen Mustern und interessanten Traumbildern und verrückten Zeitverschiebungseffekten. Gekonnt gelöst sind auch die Abwehrmechanismen des Unterbewusstseins, die den Eindringling resolut verfolgen und ihn aus der Zielperson entfernen wollen. Wer erschossen wird, wacht auf und die Gefahr ist gebannt. Aus diesem Grund wird in alter Hollywood-Manier viel geschossen und gejagt, doch alles spielt sich in den Träumen ab. Für einen luziden Träumer ein Muss.

Fazit: Sehenswert. Bewertung: 8 von 10 Sternen

"The Fountain" (mit Hugh Jackman und Rachel Weisz ; USA 2006, 96 min.)

Hochesoterische Reinkarnations- und Fantasy-Liebesgeschichte

Der Wissenschaftler Tom sucht nach einer Möglichkeit, die unheilbare Krankheit seiner Frau mit Kräutern aus dem Regenwald zu heilen. Zur gleichen Zeit gibt es noch den Sapnier Tomas, in einem anderem Leben, der auf der Suche nach dem Baum des Lebens ist, der Unsterblichkeit verleihen soll. Im Jahre 2500 ist Tom, ebenfalls in einem anderen Leben, in einer Blase unterwegs auf dem Weg in einen mysthischen Nebel, um seine Erlösung zu finden... Immer wieder wechselt es zwischen diesen Leben und zeichnen eine schöne Liebesgeschichte auf, die zwischen Tom und seiner Frau besteht. Darüber hinaus finden sich hier viele Parallelen zu esoterischen Lehren.

Bewertung: 8 von 10 Sternen

"In Time" (Regie: von Andrew Niccol, mit Justin Timberlake und Amanda Seyfried, USA 2011, 109 min.)

Sozialkritische Bonny & Clyde im Social Sci-Fi

Der im Ghetto lebende Arbeiter Will (Justin Timberlake) befindet sich in einer Welt, in der der Mensch ab dem 25. Lebensjahr nicht mehr altert und mit genügend Zeit unsterblich sein kann. So wurde Geld durch Zeit ersetzt und jeder trägt eine Uhr auf dem Unterarm, mit deren Hilfe man für eine Stunde eine Tasse Kaffee bekommen kann oder für 60 Stunden eine Nacht in einem Hotel. Die Welt ist in Zeitober- und Unterschichten eingeteilt, in Zeitzonen, in denen die unterschiedlichen Klassen je nach Zeitbesitz leben. Wessen Zeituhr auf Null anlangt, stirbt sofort, wer endlos Zeit hat, lebt unendlich lang. Während Will sein ganzes Leben lang nur mit wenig Zeit von Tag zu Tag gelebt hat, trifft er plötzlich auf einen Mann, der über 100 Jahre auf seinem Konto hat, die er ihm bereitwillig überlässt, da er des Lebens überdrüssig geworden ist. Will verlässt das Ghetto und betritt andere Zeitzonen, um das System zu verstehen... Ein wunderbarer Film und ein deutlicher Seitenhieb gegen unsere vom Geld und Machthabern kontrollierte Gesellschaft. Während man glaubt, man habe es hier mit einem Science-Fiction zu tun, der den Wunsch nach Unsterblichkeit zum Ausdruck bringen möchte, lässt sich täuschen, denn eigentlich dreht sich der Film um eine Gleichstellung zwischen Geld und Zeit, um die Zusammenhänge innerhalb unseres Geldsystems und dessen versklavenden Eigenschaften viel deutlicher werden zu lassen. Aus meiner Sicht ein hervorragender Film, ganz im Sinne von Wachowskis "V wie Vendetta", in der man sich durch einen Überwachungsstaat und ein menschenunwürdiges System unterdrücken und in seiner Freiheit berauben lässt. "In Time" entnimmt auch Elemente anderen Filmen, wie Flucht ins 23. Jahrhundert, Robin Hood oder auch Bonny & Clyde, in der ein Gangsterpärchen gegen das System rebelliert und von Regierung und Polizei als gemeingefährlich eingestuft, aber vom Volk geliebt werden. Der Regisseur Andrew Niccol hat bereits im Jahre 1997 ein Sozialdrama auf die Beine gestellt, in der er das menschenunwürdige Klassensystem kritisierte. Interessanterweise ist ihm dieses Mal eine hervorragende Parabel gelungen und macht die Schwachstellen unseres Geldsystems deutlicher denn je. Neben dieser sozialkritischen Komponente reißen Timberlake und die Schauspielerin Amanda Seyfried sämtliche Sympathien auf ihre Seite und repräsentieren den Anstoß zum Umsturz eines außer Kontrolle geratenen Systems.

Fazit: Muss man gesehen haben. Bewertung: 9 von 10 Sternen

"Virtual Nightmare - Du kannst nicht entkommen" (mit Tasma Walton; Michael Muhney; John Noble, schwer zu erhalten)

Opferlose, genialer, französisch-spanisch-italienischer Cyber-Thriller von 1997

Dale arbeitet für eine Werbefirma und ist äußerst erfolgreich. Doch eines Tages beginnt er, merkwürdige Dinge zu sehen, die ihn immer mehr daran zweifeln lassen, dass die Realität so ist, wie er sie bisher wahrnahm. Seine Umwelt nimmt er plötzlich in kurzen Phasen digitalisiert inklusive einer Arikelbezeichnung wahr und dann verschwindet der Spuk wieder. Er beginnt an seiner Wahrnehmung zu zweifeln. Im Weiteren wird er dann Zeuge des grausamen Todes an seinem Arbeitskollegen, der angeblich nach Hawaii versetzt wurde. Gemeinsam mit der Außenseiterin Wendy geht er der Sache auf den Grund.

Fazit: Alt aber gut. Bewertung: 8 von 10 Sternen

"Virtual Nightmare - Open your Eyes" (von Alejandro Amenabar, mit Penelope Cruz, Chete Lera, Spanien, 114 min.)

Spanischer Psychothriller diente als Originalvorlage zu "Vanilla Sky"

Tom Cruise kaufte sämtliche Rechte zu diesem Film auf und erstellte daraus "Vanilla Sky". Die rassige Penelope Cruz behielt er in der Besetzung bei. Das Original wurde nur in einigen Punkten verändert und ein wenig mehr emotional dramatisiert, aber steht dem Folgefilm eigentlich kaum in etwas nach. Ein Meisterstück aus Spanien.

Fazit: Sehenswert. Bewertung: 7 von 10 Sternen

"Flucht ins 23. Jahrhundert" (mit Michael York, Richard Jordan, Jenny Agutter, Farrah Fawcett), USA 1977)

Symbolisches Zukunftsszenario und Widerspiegelung der Ängste der 70er

Logan ist Sandmann, ein Polizist, in einer abgekapselten, zukünftigen Welt, in der zur Erhaltung des Wohnraumes jeder mit dem dreißigsten Lebensjahr die sog. Erneuerung zuteil werden muss, was nichts anderes bedeutet, als zu sterben, und jene einfängt, die daran nicht teilnehmen möchten. Eines Tages schlägt auch dem Polizisten die Stunde und so tritt er in die Fußstapfen derer, die er stets gejagt hatte... Ein schön symbolischer Film über die Suche nach einer Ausflucht aus dem strengen Gesellschaftssystem in eine Zuflucht, die das Gefühl von Freiheit vermittelt.

Bewertung: 7 von 10 Sternen

"Cube" (von Vincenzo Natali, mit Julian Richings, Nicole de Boer, Canada 1999)

Paranoider Independent-Fantasy-Thriller

Sechs voneinander vollkommen unabhängige Menschen finden sich plötzlich in einem riesigen Würfel, bestehend aus unzähligen miteinander verbundenen, quadratischen Kammern, wieder. Niemand von ihnen weiß, wie er dorthin kam. Nun wollen sie gemeinsam einen Ausgang finden, um ihr Leben zu retten... Ein Weg durch ein Labyrinth suchen oder hätte man erst gar nicht aus Angst vor den selbsterdachten Folgen losgehen sollen? In die Realität einmischen oder es sein lassen? Diese Frage wird in diesem Film ausgiebig beleuchtet und demonstriert es auf blutige Art und Weise.

Bewertung: 7 von 10 Sternen

"13th Floor" (von Roland Emmerich, mit Armin-Müller Stahl, Craig Bierko)

Sfi-Fi-Cyber-Thriller a la Matrix philosophiert mit Computern über die Existenz multidimensionaler Seinsschichten

Als der Computerspezialist Hannon Fuller brutal ermordet aufgefunden wird, gerät sofort sein Schützling Douglas Hall unter Verdacht. Hall ist tatsächlich nach der Tatnacht mit blutverschmiertem Hemd aufgewacht, kann sich aber an nichts erinnern. Hall ahnt aufgrund seiner eigenen Nachforschungen bald, dass die Tat etwas mit dem gemeinsamen Projekt zu tun haben müssen, einer Computersimulation von Los Angeles im Jahre 1937, dessen Hardware im 13. Stock des Gebäudes untergebracht ist... Sehr verwandt mit "Die Matrix" und mit einer etwas positiveren Botschaft. Die Idee stammte ursprünglich vom Autoren Daniel F. Galouye mit dem Titel "Simulacron-3" und diese wurde bereits vor 13th Floor in dem Film "Welt am Draht" von Werner Fassbinder verwendet.

Fazit: Hervorragender Film. Sehenswert. Bewertung: 9 von 10 Sternen

"The One" (mit Jet Li, USA 2001, 86 min.)

Actionreicher Sci-Fi-Philosophy-Thriller mit starken Special-Effects in Hollywood-Manier

Der Film berichtet von einem Kämpfer, der herausgefunden hat, dass sein eigenes Ich in mehreren, multidimensionalen Welten nochmals existiert und erkennt, dass deren Tode unglaubliche psychische und physische Energien und Kräfte für ihn erbringen. Fortan sucht er diese Alter-Egos auf und versucht sie alle auszuschalten, damit er der "Eine" wird.

Fazit: Einfach klasse. Bewertung: 8 von 10 Sternen

"eXistenZ" (von David Cronenberg, mit Jennifer Jason Leigh und Willem Dafoe)

Irritierender Sci-Fi-Cyber-Thriller mit der sich All-Einen Frage zum Ende

Allegra Geller, Schöpferin von Computer-Spielen, ist der Star ihrer Zunft. Doch bei der Vorstellung ihres neuen Spiels "eXistenZ" kann sie nur knapp einem Anschlag der "Realisten" - fundamentalistischen Gegnern der Virtualität - entgehen. Mit ihrem Leibwächter Ted versucht sie, den beschädigten Computer zu testen. Beide spielen das Spiel, um zu testen, ob es problemlos Wirklichkeit simuliert, doch stößt der Zuschauer selbst ebenfalls auf Wirrungen der Realität... Eine Programmiererin stellt ihr realitätsnahes Spiel ihrem Publikum vor. Man darf auch sehr gespannt sein auf "transZendenZ"

Bewertung: 8 von 10 Sternen

"Avalon" (von Mamoru Oshii, mit M. Foremniak, Japan 2001, 106 min.)

Überraschende "eXistenZ"-Independent-Filmvariante mit viel Liebe für das Detail und gelungenen Kunstfiltern um die immerwährende Milleniumfrage nach der wirklichen Realität

Die hübsche und toughe Ash ist eine der besten Spielerinnen in dem illegalen Spiel "Avalon". Sie lebt allein mit ihrem Hund und besitzt keinen Kontakt zur Außenwelt und ihr einziger Lichtblick ist das Spiel. Durch ihre Begabung und ihren Erfolg darin kann sie sich Annehmlichkeiten leisten, die Normalbürgern aufgrund ihrer Armut verwehrt sind , wie z. B. Fleisch und Gemüse. Als Ash eines Tages das Gerücht hört, es existiere innerhalb von "Avalon" ein geheimer Zugang zu einem speziellen Level, schließt sie sich als bisherige Solokriegerin einem Team an. Doch dieses Level zu finden ist nicht ganz ungefährlich und ist mit seltsamen Bedingungen verknüpft.

Bewertung: 7 von 10 Sternen

"Die Matrix" (Teil 1-3) (von Joel Silver (Produzent) und den Brüdern Andy und Larry Wachowski, mit Keanu Reeves, Carrie Ann Moss, USA 1999)

Sci-Fi-Cyber-Thriller mit hervorragender und revolutionierender Filmtechnik und wehenden, schwarzen Mänteln

»Hattest Du schon einmal einen Traum, Neo, von dem Du glaubtest, er sei real? Und was wäre, wenn Du aus diesem Traum nicht mehr aufwachst? Woher wüsstest Du, was Traum ist und was Realität?«

Neo arbeitet unter seinem offiziellen Namen Thomas Anderson als Programmierer und hackt sich nachts in fremde Computer. Er begibt sich dabei auf die Suche nach der Frage, was die Matrix ist... Um diese Fragen letztendlich zu beantworten, schluckt Neo die rote Pille und folgt dem weißen Kaninchen. Wir leben in einer virtuellen Realität! Nominiert mit 4 Oscars

Fazit: Unbedingt ansehen! Bewertung: 10 von 10 Sternen

"Contact" (von Robert Zemeckis, Drehbuch: Carl Sagan, mit Jodie Foster, USA, 150 min.)

Hochphilosophischer, sanfter Sci-Fi-Movie mit Klasse

Schon die kleine Ellie grübelt über außerirdisches Leben und ihre verstorbene Mutter, die im Himmel sitzt und über sie wacht. Ellie wird später eine brillante Astronomin, die zugleich erfüllt ist vom Glauben an eine außerirdische Zivilisation und schließt sich dem SETI-Projekt an, die auf der Suche nach außerirdischen Funksignalen mittels Radioteleskopen ist. Irgendwann wird sie tatsächlich fündig und die Außerirdischen übermitteln ihr Konstruktionspläne für ein äußerst sonderbares Gerät... Der bekannte Astronom Carl Sagan schrieb das Buch, auf dem dieser Film basiert.

Fazit: Ein absolutes Muss. Bewertung: 10 von 10 Sternen

"Sie leben!" (von John Carpenter (Frank Armitage), Meg Foster, Roddy Piper , USA 1988)

Horror-Kultfilm mit Symbolik in der ein Fund einer Sonnenbrille die Realität erkennen lässt, wie sie wirklich ist...

Roddy Piper, der einen Bauarbeiter spielt, der eines Tages eine Kiste mit Sonnenbrillen findet, und die ihm die Wahrheit zeigen, nachdem er eine von ihnen aufsetzt: Die Erde ist schon seit langer Zeit von Außerirdischen unterwandert und die Medien und Werbung sind ausschließlich dazu da, um uns Botschaften wie: „Keine eigenen Gedanken!“, „Konsumiere!“ und „Schlaf weiter!“ zu suggerieren. Zusammen mit einem Freund nimmt er den bewaffneten Kampf auf... Der Regisseur gibt zu, dass er diesen Film vielmehr als Doku betrachtet denn als Science-Fiction.

Fazit: Irgendwie unvergesslich und man munkelt, nicht allzu weit von der Realität entfernt. Bewertung: 8 von 10 Sternen

"Wild Palms" (von Regisseur und Castaneda-Anhänger Oliver Stone, mit James Belushi, Dana Delany)

Cyberpunkiger Neuzeit-Thriller. Vvierteiliger Film über Hologramme und virtuelle Existenzen

Im Jahre 2007 fristet der Anwalt Harry Wyckoff in Los Angeles ein zufriedenes Dasein. Als er eines Tages seine Jugendfreundin Paige wiedertrifft, nimmt sein Leben eine folgenschwere Wendung: In seinen Träumen taucht ein geheimnisvolles Nashorn auf, seine Frau droht, verrückt zu werden, seine Tochter weigert sich zu sprechen und sein Sohn entwickelt sich zu einem diabolischen Fiesling. Harry entdeckt, dass der Medien-Mogul Tony Kreutzer mit seinem Wild-Palms-Imperium geheime Experimente mit dem Medium der virtuellen Realität durchführt. Darin vermischen sich zusehends Illusion und Realität. Bei seinen Nachforschungen begibt er sich in einen tödlichen Kampf... Schriftsteller und Drehbuchautor Bruce Wagner entwickelte die Geschichte aus einem Comic, den er selbst 1991 in dem Magazin "Details" veröffentlichte.

"Total Recall" (mit Arnold Schwarzenegger, Sharon Stone, Michael Ironside)

Erinnerungswürdige Sci-Fi-Action
Film über die Unsicherheit, ob das Leben ein Traum ist oder nicht

Der Bauarbeiter Doug Quaid hat eigentlich alles, was zu einem bescheidenen Glück gehört: einen sicheren Job, eine schöne Wohnung und eine liebevolle Ehefrau. Alles wäre bestens, wenn Quaid nicht dauernd von Träumen gequält würde, in denen er ein ganz anderes Leben führt - ein Leben auf dem mittlerweile kolonialisierten Planeten Mars. Quaid wendet sich an die Firma »Recall«, ein neues Reiseunternehmen, das mittels modernster Technik seinen Kunden virtuelle Trips in ferne Länder ermöglicht: Quaid bucht einen »Urlaub« auf dem Mars. Doch bei der Implantation der künstlichen Erinnerung geht etwas schief. Plötzlich sieht sich Quaid von brutalen Killern verfolgt. und seine Frau eröffnet ihm, dass sie gar nicht seine Frau ist, sondern eine Geheimagentin - und dass ihre Ehe nur ein Erinnerungs-Implantat ist...

Bewertung: 7 von 10 Sternen

"Solaris" (mit George Clooney, 98 min., USA 2002, von James Cameron)

Besinnliche Zweisamkeit im fernen All einer sich immer wieder erschaffenen Realität

Der bekannte Psychologe Chris Kelvin wird von einem Freund auf eine entfernte Raumstation gebeten, die den geheimnisvollen Planeten Solaris erforscht, um die seltsamen Wahrnehmungen der Crew zu analysieren. Als Chris dort ankommt, erfährt er die gleichen Symptome der Crew und entdeckt seine verstorbene Ehefrau wieder, die sich tatsächlich physisch manifestiert hat.

Dieser Film orientiert sich auf sehr ähnlicher Richtung wie "Sphere" und konfrontiert den Zuschauer mit der möglichen Fähigkeit eines potentiellen Verstärkers, der Wünsche und Befürchtungen Realität werden lassen kann.

Bewertung: 6 von 10 Sternen

"12 Monkeys" (von Terry Gilliam, mit Bruce Willis, Brad Pitt, 130 min., USA 1995)

Abgedrehter Experimentalfilm mit chronologischen Verzerrungen

Die Erde wird von einem Virus im Jahre 1996 vefallen und rafft beinahe die ganze Menschheit hin. In der Zukunft wird James Cole (Bruce Willis) in die Vergangenheit via eines Zeitmaschinen-Prototypens entsendet, um mit einigen Hinweisen die Verbreitung eines Virus zu verhindern, der eine weltweite Pandemie auslöste, und stößt mitunter auf die Rebellengruppe "12 Monkeys"... Schmuddelig und irritierend stellt sich Gilliams Werk "12 Monkeys" heraus, der einst den bekannten Fim "Brazil" abgedreht hat. In diesem wirren Streifen mag man vielleicht ein wenig konfus werden, da Cole sechs Jahre zu früh zum vereinbarten Zeitpunkt eintritt und dies erst einmal weder der Zuschauer noch der Protagonist erkennt, doch trotz dieser kleinen Verwirrspielchen, die auch hier nach noch folgen, entpuppt sich der Film doch als überraschend interessant, je mehr er zum Ende gelangt. Trotzdem sind Filme mit Massensterben und globalen Vireneffekten bereit zu oft durchgekaut worden.

Fazit: Anstrengend aber sehenswert. Bewertung: 6 von 10 Sternen

"Blade Runner" (von Ridley Scott (Alien, Gladiator), mit Rutger Hauer, Harrison Ford, Daryl Hannah, USA 1982, 117 min.)

Kultig-düsteres Sci-Fi-Spektakel mit Oskar für die Kulissen.

Los Angeles 2018: künstliche Menschen, "Replikanten", sind unerlaubt auf die Erde zurückgekehrt. Diese besondere Spezies ist von Menschen kaum zu unterscheiden. Diese flüchtigen Replikanten müssen ausgeschaltet werden. Deckard ist ausgebildet, Replikanten zu erkennen, sie zu jagen und sie zu erledigen. Bei seinen Recherchen lernt er die anmutige Rachel kennen. Sie ist ebenfalls eine Replikantin, doch sie ist sich dessen nicht bewusst. Ausgestattet mit künstlichen Erinnerungen an ihre Kindheit geht sie davon aus, ein Mensch zu sein. Deckard verliebt sich in sie... Erstaunlich: Laut Ridley Scott soll die Hauptfigur Rick Deckard im Kinofilm "Blade Runner" (gespielt von Harrison Ford) ebenfalls ein Replikant gewesen sein. Der Soundtrack wurde u.a. vom bekannten Wave- und Synthy-Wave-Rock-Vater Gary Numan mit zusammengestellt.

Fazit: Film über Androiden und den Tod. Rutger Hauer in einer seiner besten Rollen. Bewertung: 8 von 10 Sternen

"Dark City" (von Alex Proyas, mit Jennifer Conolly, Keith Sutherland, Soundtrack by Gary Numan, USA 1998)

Düster-dunkler Horror-Sci-Fi a la Kafka

Wo leben wir wirklich? Was bedeuten unsere Erinnerungen? Wem gehören sie? Jede Nacht nehmen seltsame, dunkle Männer mit hohen Hüten unfassbare und rücksichtslose Veränderungen in der Welt der Menschen vor, die sie 'Tuning' nennen. Dazu versetzen sie alle Menschen in einen hypnotischen Schlaf und bauen die ganze Stadt um und ändern die Erinnerungen der Einwohner. Der Zweck dieser Veränderungen begründet sich in den Reaktionen der Menschen, die die Veränderungen, nicht mitbekommen dürfen, sondern jedesmal erneut in ihrer vertrauten Alltagswelt erwachen sollen. So fristen sie im naiven Glauben an die tatsächliche Realität ihres Daseins als Versuchsobjekte in der Welt dieser fremden Männer. Erstaunlich: Auch hier wurde der Soundtrack wurde u.a. vom bekannten Wave- und Synthy-Wave-Rock-Vater Gary Numan mit zusammengestellt.

Fazit: Wirklichkeitsnaher als man denkt. Bewertung: 7 von 10 Sternen

"Sphere" (mit Dustin Hoffmann, Sharon Stone, USA 1998)

Verwirrender Unterwasser-Sci-Fi

Im Regierungsauftrag taucht der Psychologe Dr. Norman Goodman zusammen mit der Biochemikerin Beth, dem Mathematiker Harry Adams und Projektleiter Barnes 300 Meter tief auf den Grund des Pazifik, um ein UFO zu untersuchen, das seit fast 300 Jahren unberührt in den Tiefen des Ozeans ruht. Kaum angekommen, haben die unerklärlichen Vorgänge in dem Raumschiff grausige Auswirkungen: Die latenten Ängste der Wissenschaftler erweisen sich als sehr reale Bedrohung, denn ihre eigene Furcht erzeugt Ungeheuer! Der Terror der Vorstellungskraft nimmt physische, dreidimensionale Gestalt an...

Bewertung: 6 von 10 Sternen

"Dune" (von David Lynch, mit Kyle MacLachlan, Jürgen Prochnow, Patrick Stewart, USA 1984, 138 min.)

Monumentales Sci-Fi-Messias-Epos der 80er

Paul Atreides, Thronfolger vom Haus der Atreiden, wird vom Haus der Harkonnen in einen Hinterhalt geführt. Ein Krieg entsteht und Paul wird als der prophezeite Messias erkannt und verbündet sich mit dem geheimen Volk, das auf Dune lebt... Der ganze Film dreht sich um Dune, einem Planeten, der das Spice produziert und viele Dinge ermöglicht, wie z.B. das interstellare Reisen. Dieses Spice hat jedoch eine bewusstseinsweerweiternde Wirkung, insbesondere auf den prophezeiten Messias. Oft kopiert, doch nicht eine der neuen Versionen hat das Original jemals in den Schatten stellen können. Nicht nur begegnet man hier Patrick Stewart, der durch die Serie Star Trek bekannt wurde, sondern auch der berühme Sänger Sting entdeckt man in der Rolle eines Bösewichtes. Der Hauptdarsteller Kyle MacLachlan kennt man als Agent Cooper aus "Twin Peaks" und von "Desperate Housewives".

Fazit: In jedem Fall ein sehenswerter Film! Bewertung: 8 von 10 Sternen

"Das Brainstorm-Projekt" (von Douglas Trumball, mit Christopher Walken, Natalie Wood, USA 1983)

Esoterischer Past-Life-Sci-Fi der 80er über das Aufzeichnen und Wiedererleben von Gedanken

Die Wissenschaftler Michael Brace und Lillian Reynolds haben ein Gedankenaufzeichnungsgerät in Bild und Ton entwickelt und diese können als nacherlebbare Erfahrung an andere Leute weitergegeben werden. So kann man z. B. Achterbahnfahrten, Wasserrutschen, Pferderitte und auch Geschlechtsverkehr nachempfinden, als sei man tatsächlich dabei. Nun erhält das Verteidigunsministerium davon Kenntnis, aber der Leiter des Institutes möchte unbedingt die Erfindung weltweit vermarkten. Der Stress wird Lillian zu groß und sie verscheidet im Labor an einem Herzinfarkt, aber als Wissenschaftlerin, die sie nunmal ist, zeichnet sie geistesgegenwärtig ihren eigenen Tod auf. Michael spielt das Band ab, erlebt ihren Tod und was danach folgt... Einer der ersten computerorientierten Filme in Verbindung mit einer Zukunftsvision zum Cyberspace Anfang der 80er Jahre. Natalie Wood starb unmittelbar nach den Dreharbeiten

Bewertung: 8 von 10 Sternen

"Star Trek - Treffen der Generationen" (mit William Shatner, Patrick Steward, Brent Spiner, Whoopie Goldberg, Malcom McDowall, Jonathan Frakes)

Analogie zu Hawkings postulierten Co-Realitäten mit Deut auf Unsterblichkeit vs. Moral

Captain Picard stellt sich hier dar als tränenreicher Softie mit Zweifel und Reue ob seiner verpassten Chance als Familienvater und trifft auf einen Bösewicht, der ein ganzes Sonnensystem zerstören möchte, damit er das "Nexus" betreten kann, eine vielschichtige, luzidtraumähnliche Existenz mit permanenter Wunscherfüllung und Hoffnung auf Unsterblichkeit. Leider passt das Ende nicht ganz oder lässt Böses erahnen...

Bewertung: 8 von 10 Sternen.

"Star Trek - Der Käfig" (ursprünglicher aber abgelehnter Pilotfilm der originalen Raumschiff- Enterprise-Serie von 1967, tauchte erst wieder 1993 aus dem Filmarchiv auf)

Philosophische Betrachtungen Humanoider in telepathisch-induzierter Umgebung

Captain Pike - Captain Kirks Vorgänger - stößt auf Außerirdische mit enormen telepathischen Fähigkeiten. Sie erzeugen verschiedene Kulissen und Situationen innerhalb seiner Wahrnehmung, um seine Intelligenz zu testen. Mr. Spock eilt zur Hilfe und versucht den Bann zu brechen. (Auch zu empfehlen im Anschluss ist "Talos IV" Teil 1 und 2 als 11. Folge, der um einige Jahre verspäteten Fortsetzung innerhalb der Raumschiff-Enterprise-Serie) Schwer zu erhalten. Ein faszinierender Film mit Aufschluss über Persönlichkeitsbildung, von Drogenpapst Timothy Leary inspiriert, galt derzeit als zu intellektuell.

Fazit: Psychedelisch. Bewertung: 9 von 10 Sternen.